Du glaubst, ein Thema mehr oder weniger hinter dir gelassen zu haben.

Du hast daran gearbeitet. Du hast Fortschritte gemacht. Vielleicht sogar über Monate oder Jahre hinweg.

Und dann reicht plötzlich eine einzige Nachricht, ein Ort, ein Mensch oder ein Geruch – und das alte Gefühl ist wieder da.

Genau das ist mir vor Kurzem während eines Roadtrips im Süden Kretas passiert.

 

Eine Nachricht und plötzlich war die Angst zurück

Wer meinen Podcast schon ein bisschen verfolgt hat, weiß, dass Autofahren lange eines meiner größten Angstthemen war.

Ich habe meinen Führerschein mit 19 gemacht, bin danach aber viele Jahre kaum gefahren. Als ich auf Kreta schließlich wieder regelmäßig ins Auto steigen wollte, hatte sich daraus eine richtige Fahrangst entwickelt.

In den vergangenen Monaten habe ich intensiv daran gearbeitet.

Ich habe Roadtrips gemacht, enge Gassen gemeistert, mich verfahren, bin im Sand stecken geblieben und habe jede Menge Situationen erlebt, die mir früher unmöglich erschienen wären.

Die Angst war nicht weg.

Aber sie war deutlich leiser geworden.

Bis zu dem Moment, als ich während meines Roadtrips eine Nachricht bekam.

Der Vater einer Arbeitskollegin war bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Innerhalb von Sekunden war meine alte Angst wieder da.

 

    Wenn sich alles wieder anfühlt wie früher

    Das Faszinierende daran war nicht die Angst selbst.

    Sondern wie schnell sie zurückkam.

    Vor wenigen Minuten hatte ich noch einen wunderschönen Tag verbracht. Ich war wandern, hatte das Meer genossen und mich auf die Weiterfahrt gefreut.

    Und plötzlich fühlte es sich an, als wären all meine Fortschritte verschwunden.

    Natürlich waren sie das nicht.

    Aber genau so hat es sich in diesem Moment angefühlt.

    Vielleicht kennst du das auch.

    Du hast ein Thema aufgearbeitet, glaubst, du bist darüber hinweg und dann passiert etwas, das dich unmittelbar wieder in alte Gefühle zurückwirft.

     

     

    Trigger sind oft stärker als wir vielleicht glauben

    Oft hat der aktuelle Moment gar nicht so viel mit der Intensität unserer Reaktion zu tun.

    Die Nachricht über den Unfall war tragisch. Keine Frage.

    Aber ich selbst war in diesem Moment nicht in Gefahr.

    Trotzdem reagierte mein gesamtes System so, als müsste es mich sofort schützen.

    Genau das machen Trigger.

    Sie aktivieren alte Erfahrungen, Erinnerungen und Emotionen.

    Und plötzlich fühlt sich etwas wieder genauso an wie damals.

    Ein Trigger kann vieles sein:

    • eine Nachricht
    • ein bestimmter Ort
    • ein Mensch
    • ein Lied
    • ein Geruch
    • eine Situation

    Manchmal merken wir sofort, was ihn ausgelöst hat.

    Manchmal verstehen wir es erst viel später.

     

    Warum ist das so?

    Unser Gehirn hat nicht die Aufgabe, uns glücklich zu machen.

    Seine wichtigste Aufgabe ist es, uns am Leben zu halten.

    Deshalb reagiert es deutlich stärker auf potenzielle Gefahren als auf positive Erfahrungen.

    Negative Erlebnisse werden oft intensiver abgespeichert.

    Sie hinterlassen tiefere Spuren.

    Und genau deshalb können sie auch Jahre später noch aktiviert werden.

    Das bedeutet nicht, dass etwas falsch mit uns ist.

    Es bedeutet lediglich, dass unser Gehirn seinen Job macht.

     

     

    Der Unterschied zwischen früher und heute

    Während meines Roadtrips wurde mir etwas bewusst.

    Früher hätte ich den Ausflug wahrscheinlich abgebrochen.

    Ich wäre nicht mehr ins Auto gestiegen.

    Oder hätte zumindest versucht, die Situation so lange wie möglich zu vermeiden.

    Diesmal war es anders.

    Die Angst war da.

    Und zwar sehr deutlich.

    Aber sie hatte nicht mehr dieselbe Macht über mich.

    Ich konnte sie wahrnehmen, ohne ihr automatisch zu folgen.

     

     

    Die Angst sitzt noch am Beifahrersitz

    Das ist wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis dieser Folge.

    Persönliche Entwicklung bedeutet nicht unbedingt, dass Ängste verschwinden.

    Manche Gefühle begleiten uns vielleicht ein Leben lang.

    Der Unterschied ist nur:

    Früher saßen sie am Steuer.

    Heute sitzen sie vielleicht noch am Beifahrersitz.

    Aber sie fahren nicht mehr.

    Die Angst war da.

    Ich habe sie gespürt.

    Ich habe verstanden, warum sie da war.

    Und trotzdem habe ich den Autoschlüssel genommen und bin weitergefahren.

     

     

    Vielleicht geht es dir ähnlich

    Vielleicht betrifft es bei dir gar nicht das Autofahren.

    Vielleicht ist es eine andere Angst.

    Vielleicht Unsicherheit.

    Vielleicht Selbstzweifel.

    Vielleicht eine alte Verletzung, die immer wieder auftaucht.

    Wichtig ist nicht, dass diese Gefühle nicht mehr wiederkommen.

    Wichtig ist, wie wir mit ihnen umgehen, wenn sie auftauchen.

    Denn nur weil ein altes Gefühl wieder da ist, bedeutet das nicht automatisch, dass wir wieder am Anfang stehen.

    Es bedeutet, dass wir eine neue Gelegenheit bekommen, anders damit umzugehen.

    Und genau darin liegt oft die eigentliche Freiheit.

     

     

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    Meine aktuelle Podcastfolge  „Wenn alte Emotionen plötzlich wieder auftauchen | Trigger, Angst & innere Freiheit“ findest du bei Working with Sea View – Crete & Beyond.

     

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    Welche Emotion ist bei dir schon einmal durch einen einzigen Trigger plötzlich wieder aufgetaucht?